Zeitjung Online Zeitung

Selbstbefriedigung

Fappy der Anti-Masturbations-Delfin

06.06.2013

In den USA erklärt ein Delfin Schulkindern die Gefahren der Selbstbefriedigung.

Von Kathrin Meyer

Habt ihr schon von der angeblich neuen Dokumentation von Michael Moore gehört? Nein? Wir bis jetzt auch noch nicht, aber die Website FappytheMovie.com weiß es besser. Moore´s neuer Film soll „Fappy“ heißen, ganz wie sein Namensgeber „Fappy the Dolphin“, der in den USA von Schule zu Schule geht und Kindern von einem Leben ohne Selbstbefriedigung predigt.  „Fappy the Dolphin“ ist also das Stofftier-Maskottchen der Organisation Stop Masturbation Now. Er ist ziemlich süß, hält aber nichts davon, wenn du in deiner Hose rumfummelst. Ob Delfine nun die neuen Clowns in Horrorfilmen werden? Dank Fappy vielleicht.

„Masturbation ist der erste Weg zur Vergewaltigung“


Der stolze Gründer und Präsident  von Stop Masturbation Now ist Loonie Childs. Wie viel Wissen er sich in seinem bisherigen Leben angeeignet haben muss, zeigen Zitate wie: „Masturbation führt zu sexuellen Fehlfunktionen, ist der erste Weg zur Vergewaltigung, führt zu Krankheiten und zerstört familiäre Werte.“ Er und seine Organisation wollen den Kindern also neben der bösen, ungesunden Schokolade auch noch den Rest des Spaßes nehmen, indem sie ihnen Angst machen. Zu dem angeblichen Filmprojekt sagt Childs: „Wir sind begeistert, dass Michael Moore einen Film über unsere tägliche Arbeit machen möchte. Hoffentlich bringt er unserem Projekt noch mehr Aufmerksamkeit.“

Aufmerksamkeit ist hier das Stichwort. Eine wahrscheinlich falsche Pressemeldung veröffentlichte die skurril aussehende Website prolog.org am 31. Mai. Sie berichtete über das neue Film-Projekt von Michael Moore und belegte dies mit einem Bild des Regisseurs, der in ein Mikrofon spricht. Auf der Website von Michael Moore selbst, ist jedoch nichts zu dem Thema zu finden. Im Mittelpunkt des angeblichen Filmes, der im Dezember erscheinen soll, steht Fappy, der Anti-Masturbation Delfin, der Schulkinder in Amerika über die angeblichen Risiken der Selbstbefriedigung aufklärt. Wirklich glaubwürdig scheint die Meldung jedoch nicht zu sein. Viel eher scheint sie ein willkommenes Mittel um auf Fappy und seine erschreckende Mission aufmerksam zu machen.

„Wir beten zu Gott, dass Selbstbefriedigung eines Tages illegal wird“


Fappy der Anti-Masturbations-Delfin geht also munter durch die Schulen Amerikas und tritt dabei an Orten wie Milwaukee, Wisconsin auf, um kleine Kinder zu erschrecken. Der 64-jährige Paul Horner, der Lehrer an einer Middle School in Oklahoma ist, sagte angeblich Folgendes über die Erfahrungen mit Fappy, der die Schule im März besuchte. „Die Kids lieben ihn. Fappy bringt die Kinder zum Lachen und belehrt sie zur selben Zeit. Er ist ein richtiges Kitzelmonster und die Kinder mögen es mit ihm zu wrestlen. Wir können es kaum erwarten bis Fappy zurückkommt und uns noch einmal besucht.“

Kitzelmonster? Wrestling? Pervers? Muss Fappy da etwas anderes mit den Kindern kompensieren? Wir sind skeptisch. Der Mann, der in dem Delfin-Kostüm steckt, wird laut der Facebookseite von Fappy von Monsato gesponsert, einem Saatgutkonzern, der wegen gentechnisch veränderten Saatguts unter Beschuss steht. Inwiefern Saatgut zur Masturbation passt, sei jetzt auch einmal dahin gestellt. Ob es wirklichen einen Film gibt ist fraglich.

Was hat der gute Loonie Childs wohl falsch gemacht als er sich das erste Mal einen von der Palme gewedelt hat? Ziemlich viel anscheinend, wenn er einen süßen Plüsch-Delfin losschicken muss, um Kinder davon zu überzeugen sich nicht selbst zu berühren. Oder ist das doch alles nur Satire?

Anmerkung vom 7.6.2013 um 21.07 Uhr: Inzwischen hat sich herausgestellt, dass es sich bei Fappy tatsächlich um Satire handelt. Ein Glück! Also: Masturbiert weiter, was die Finger hergeben!